Der Obere Berggrabenweg

Seit 1444 ist der Kupfer- und Silberbergbau in Ilmenau urkundlich belegt. Von Beginn an erwiesen sich die Wasserzuflüsse in den Gruben als Hauptproblem. Die zur Hebung des Wassers geschaffenen Künste (Pumpen) wurden zunächst mit Pferdekraft betrieben. Nach und nach wurde dazu übergegangen, die tierische Arbeitskraft durch die Kraft des Wassers zu ersetzen. Hierfür wurde im Gebirge Wasser angestaut und über Berggräben zu den Schachtanlagen geleitet.

 

In den Jahren 1688 - 91 wurde der Obere Berggraben unter Berghauptmann Georg Christoph von Utterodt angelegt. Er beginnt am Mittleren Freibachteich bei Stützerbach und verläuft am linken Hang des Ilmtales in großen Bögen durch Seitentäler in einer Höhe von 600 m ü. NN. Der eigentliche Obere Berggraben vom Freibachteich bis zur Rösche (ein Stollen, in dem das Wasser in Richtung Roda geleitet wurde) ist 12 km lang, der gesamte Obere-Berggraben-Wanderweg 18 km.

 

Aufgrund seiner ehemaligen wasserführenden Funktion hat der Weg keine Anstiege und ein minimales Gefälle von ca. 10 cm auf 100 m. Die Wanderung ist somit relativ einfach, allerdings ist wegen der Streckenlänge etwas Kondition erforderlich. Von Stützerbach aus ist der Wanderweg durch das Freibachtal zu erreichen. Er führt durch eine abwechslungsreiche Natur, vorbei an artenreichen Waldwiesen und Steinbrüchen, die einen Einblick in den geologischen Aufbau dieser Gegend ermöglichen. Auf Tafeln werden Erläuterungen zur Geologie und Natur sowie zur Geschichte gegeben.