Prof. Dr. Dagmar Schipanski
 

Dagmar Schipanski wurde am 3. September 1943 in Sättelstädt/Thüringen geboren. Nach dem Abitur 1962 studierte sie an der Technischen Hochschule in Magdeburg Angewandte Physik und legte 1967 ihr Examen als Diplomingenieurin ab.
Nach ihrem Wechsel an die Technische Hochschule Ilmenau promovierte sie 1976 auf dem Gebiet der Festkörperelektronik, 1985 folgte ihre Habilitation. Allerdings arbeitete die Wissenschaftlerin weiterhin als Oberassistentin, da ihre Weigerung, in die SED einzutreten, eine forschungs- und hochschulpolitische Karriere nicht zuließ.
1990, kurz nach der Wiedervereinigung, wurde Dagmar Schipanski ordentliche Professorin für Festkörperelektronik und Dekanin der Fakultät für Elektronik und Informationstechnik der Ilmenauer Hochschule und war in dieser Funktion als Gutachterin tätig. 1992 wurde sie zum Mitglied des Wissenschaftsrates ernannt. In diesem wichtigsten Koordinationsorgan der Hochschulpolitik von Bund und Ländern, in dessen 54-köpfigen Gremium u.a. Vertreter der Landes- und Bundesregierung sitzen, kam sie mit der Politik in Berührung. 1994 wurde Dagmar Schipanski zur Prorektorin, ein Jahr später zur Rektorin der (umbenannten) Technischen Universität Ilmenau ernannt. Im selben Jahr berief sie der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl in den "Rat für Forschung, Technologie und Innovation".
1996 übernahm die Physikerin als erste Frau die Leitung des Wissenschaftsrates, worauf sie von ihrem Rektorenamt in Ilmenau zurücktrat. Während ihrer Amtszeit sprach sich der Wissenschaftsrat im Sinne der Qualitätssicherung und Leistungssteigerung der Hochschulen insbesondere für die Verbesserung der praxisorientierten Hochschulausbildung aus. Daneben kritisierte die Wissenschaftlerin aber auch die Unterfinanzierung der deutschen Hochschulen.
Nachdem Dagmar Schipanski 1998 turnusgemäß vom Vorsitz des Wissenschaftsrates abgelöst wurde, übernahm sie im selben Jahr den Vorsitz im Verwaltungsrat des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Seit 1998 ist sie Mitglied im Kuratorium der Humboldt-Universität Berlin und der Universität Potsdam. Im Januar 1999 wurde Dagmar Schipanski vom CDU-Parteivorstand für das Amt der Bundespräsidentin nominiert.
Seit 01.10.1999 ist sie Wissenschaftsministerin im Freistaat Thüringen.
Dagmar Schipanski ist seit 1967 mit dem Diplomingenieur Tigran Schipanski verheiratet und Mutter dreier Kinder.

Quelle: Bundestag