Posthalterei < Thermometersäule > Alte Försterei  
Am Ende der Fußgängerzone finden wir die Ilmenauer Thermometersäule. Sie steht als Wahrzeichen für die in und um Ilmenau angesiedelte Glasindustrie.

Näheres zur über 300jährigen Geschichte der Ilmenauer Glasindustrie und den einzelnen Glashütten

Eine Tafel am Haus hinter der Säule erinnert an Friedrich Hofmann, der hier im Jahr 1888 starb.

Ilmenauer Wettersäule nicht einmalig
Interessante Recherchen kommen vom Betreiber der Internetseite http://www.wettersaeulen-in-europa.de. Beim Vergleich der Bauausführungen alter Wettersäulen stellte er mehrere baugleiche Modelle fest. Mittlerweile konnten neben der Ilmenauer Säule elf weitere Säulen festgestellt werden, die jetzt auch auf einer Sonderseite zu sehen sind.  Nachforschungen führen zu einem Fabrikanten aus Hamburg, der aus einer Gussform mehrere Säulen gefertigt haben muss.
Heutige Ansichten der  Wettersäule
Nicht viel erinnert an das prächtige Geschenk der Firma Alt, Eberhart & Jäger an die Stadt, ein Schicksal, das die Ilmenauer Säule mit vielen Wettersäulen leider teilen muss.
(zur Vergrößerung bitte auf die Bilder klicken)
Kaum beachtet - die Giebelfiguren
Man hat sich (zumindest als Ilmenauer) schon so an die Säule gewöhnt, dass man den Blick für Details verloren hat. Im oberen Bereich der Wettersäule findet man kleine Giebelfiguren, die Himmelrichtungen und somit die Tageszeit symbolisieren. Der Hahn symbolisiert den Morgen bzw. den Osten, der Bienenkorb die Mittagszeit bzw. den Süden, die Fledermaus steht für den Abend bzw. den Westen und die Eule ist das Symbol für die Nacht bzw. den Norden. Beabsichtigt oder ein Fehler in der Aufstellung: an der Ilmenauer Säule zeigt z.B. die Eule nach Süden, also um 180° gedreht.
Die Wettersäule im Original
Edel sah sie aus, die Ilmenauer Wettersäule, als sie am 17.08.1895 (oder 1896?)  in der Lindenstraße (vor der jetzigen Gaststätte "Zur alten Milchbar") aufgestellt wurde. Ganz in schwarz und goldbronze gehalten, entsprach die Säule voll dem Geschmack des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Und stolz war man in Ilmenau, dass kein anderer Thüringer Kur- und Badeort ein solches Schmuckstück aufweisen konnte. Nicht einmal Friedrichroda, das damalige Thüringer "Weltbad", hatte seinen Gästen und Einwohnern diese Attraktion zu bieten.
Hersteller: Thüringische Glasintrumentenfabrik Alt, Eberhardt & Jäger als Geschenk für die Stadt Ilmenau
Standorte: Lindenstraße
Poststraße (vor der alten Post)
Tannenbrücke
Friedrich-Hofmann-Straße (Fußgängerzone, jetziger Standort)
Ausstattung:  
1. Seite: Quecksilber-Thermometer auf Porzellanplatten-Untergrund (Grade >0 in schwarzer Schrift, Grade<0 in roter Schrift)
2. Seite: Metall-Barometer
blaue Schrifttafel mit Informationen zur Bevölkerungsentwicklung in Ilmenau seit Anfang des 19. Jh., Entwicklung des Fremdenverkehrs / Badeleben seit den 60er Jahren des 19. Jh., Aufzählung der Besuchstage von Goethe in Ilmenau, Nachbildung des Gedichtes "Über allen Gipfeln ist Ruh"
Hygrometer
Maximal-Minimal-Thermometer
3. Seite: Quecksilber-Barometer (wahrscheinlich nur zur Kontrolle des Metall-Barometers) mit Anzeige des Luftdrucks von 06:00 und 18:00 Uhr
zwei blaue Platten mit Angaben zu "Viertel-, Halb-, Dreiviertel- und Ganztages-Fuß- sowie Wagen-Partien in unsere Umgegend" auf 20 verschiedenen Wegtouren, inklusive Höhenangaben
4. Seite: Maximal-Minimal-Thermometer mit Stahlmarke
blaue Tafel
mit Beobachtungsnotizen über hiesige Wetterverhältnisse, Flächenangaben der Stadt und des Großherzogtums (Wald, Wiese, Wege...), Gründungstagen der größten Badeanstalten der Stadt
zwei gelbe Gravurtafeln mit den beliebtesten Ausflugszielen und einigen Wappen (Stadtwappen, Wappen Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Wappen des Henneberger Landes)
Normal-Thermometer
in 1/5-Grad-Einteilung
Erdboden-Thermometer in 1/10-Grad-Einteilung, das die Temperatur in 1,5 Meter Tiefe misst

 

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