Der Kickelhahn

Zur Herkunft des Names "Kickelhahn" gibt es mehrere Theorien. Am wahrscheinlichsten ist wohl der Bezug zum volkstümlichen Namen für (Wild-)Hühner (Gockel, Gickel). Die Gegend um diesen Berg war reich an Auerwild und somit bevorzugtes Jagdrevier der Weimarer Hofgesellschaft.

Der Aussichtsturm auf dem 861 m hohen Berg stand zu Goethes Zeiten noch nicht. Einzig ein kleines Pirschhäuschen bot Wanderern und Jägern Schutz vor Wind und Wetter. Während seiner Ilmenau-Aufenthalte war Goethe hier oft anzutreffen. In die Bretter über einem Fenster schrieb er am 06.09.1780 die mittlerweile weltberühmten Zeilen "Über allen Gipfeln ist Ruh..."
Zum Schutz dieser Zeilen wurde im 19. Jahrhundert eigens der Forstaufseher Kilian Merten eingesetzt. Dennoch brannte die Hütte am 12.08.1870 ab. Ein Wanderbursche, der den Brand verursacht haben soll, wurde zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt.

Der Bau des Turmes wurde 1852 von Maria Pawlowna bei ihrem Besuch im Jagdhaus Gabelbach angeregt. Die russische Zarentochter war Anfang des 19. Jahrhunderts als Gattin des Erbprinzen Carl Friedrich nach Weimar gekommen. Am 08.05.1854 legte Ilmenaus Bürgermeister Johann Christian Herzer feierlich den Grundstein. Die Eröffnung des Turmes fand am 12.05.1855 statt.
107 Stufen führen zur Aussichtplattform, von der man einen wunderbaren Blick auf Ilmenau, den Thüringer Wald und das Thüringer Vorland hat. Bei guter Sicht erkennt man den Ettersberg bei Weimar, die Gleichberge bei Hildburghausen oder Schloss Friedenstein in Gotha. Ist die Sicht hervorragend, erkennt man am nördlichen Horizont sogar den 120 km entfernten Brocken.

Jedes Jahr im August wird es turbulent auf dem Berg. Bei Blasmusik, Bratwurst und Fassbier trifft man sich zum Kickelhahnfest. Gäste waren u.a. schon Thüringens Ministerpräsident Vogel und Gotthilf Fischer.
Bild rechts: Thüringens Kultusminister Dr. Michael Krapp im Gespräch mit einer Lehrerin.

360°-Blick vom Kickelhahn-Turm
(ein Service von Björn Knauer, QuickTime erforderlich)