Stadtgeschichte
(1273) Man geht davon aus, dass die Siedlung um 1300 entstand. Aufgrund fehlender Unterlagen ist eine genaue Datierung nicht möglich. Eine Urkunde aus dem Jahr 1273 wurde vor einiger Zeit angezweifelt, da der erwähnte Name "Ilmina" nicht genau der (heutigen) Stadt Ilmenau zugeordnet werden konnte.
1343 Grafen von Käfernburg verkaufen die Stadt an die Grafen von Henneberg. Bis zum Ende des 15. Jh. wechseln die Herren über Ilmenau durch Veräußerung und Verpfändung der Stadt mehrfach.
1498 Ilmenau kommt in die Herrschaft der Henneberger zurück und bleibt es bis zu deren Aussterben im Jahr 1583.
1562 Vier Stadttore (Endleichtor, Mühltor, Stadtilmer Tor, Obertor) werden errichtet.
1583 Nach dem Aussterben der Henneberger verwalten zunächst die Erben, das kurfürstliche Haus Sachsen und das ernestinische Herzoghaus Sachsen, die ehemals hennebergischen Länder gemeinsam.
1660 Nach der Erbteilung wird Ilmenau dem Herzogtum Sachsen - Weimar zugesprochen und verbleibt dort bis zur Gründung des Landes Thüringen (1920).
1675 Die erste Glashütte entsteht.
1752 Am 03. 11. zerstört ein Brand die Stadt fast vollständig. Nur 11 abgelegene Häuser bleiben verschont.
1768 Ilmenauer Empörung
Das territoriale Chaos früherer Jahre und der Zusammenbruch des Bergbaues hinterließen der Stadt eine Unmenge an Schulden. Dazu kamen Probleme mit Steuerbetrug und Unterschlagung. Die Stadt beschloss deshalb, sich schriftlich an das Fürstenhaus Weimar zu wenden. Die Überbringer der Petition wurden jedoch in den Kerker geworfen. Als man in Ilmenau davon erfuhr, kam es zu einem Aufstand, der von Truppen der Herzogin Anna Amalia niedergeschlagen wurde.
1777 Die erste Porzellanfabrik wird gegründet
1838 Ilmenau wird Kur- und Badeort.
1879 Ilmenau bekommt einen Bahnanschluss nach Neudietendorf.
Burgen der Stadt

Ende der 90er Jahre wurden am Wallgraben umfangreiche Ausgrabungen, um in die wenig bekannte mittelalterliche Geschichte Ilmenaus Licht zu bringen. Bei den freigelegten Gemäuern handelt es sich vermutlich um Reste einer Wasserburg, die auf Grundmauern einer älteren Burg errichtet wurde. Diese könnte die Burg sein, die König Rudolf von Habsburg 1289 schleifen ließ. 29 Ilmenauer Raubritter wurden damals in Erfurt enthauptet.

Bergbau

Vermutlich wurde bereits im 13. Jahrhundert in Ilmenau Bergbau betrieben, gefördert wurde vor allem Silber und Kupfer. Schwierigkeiten gab es besonders mit der Wasserzuführung bzw. Entwässerung. Permanente Geldnot und ständig wechselnde Besitzer brachten den Bergbau immer wieder zum Erliegen. Goethe bemühte sich ab 1776 wie kein anderer um die Wiederbelebung der Ilmenauer Bergwerke, die seit 1739 brachlagen. Jedoch war auch ihm kein Erfolg beschieden. 1796 brach ein Stollen. Weitere Versuche, den Ilmenauer Bergbau wiederzubeleben, scheiterten in den Jahren 1857/59 und 1924.

 

Industrie

Die erste Glashütte entstand 1675, im Jahr 1777 begann man mit der Porzellanherstellung. Die Glas- und Porzellanindustrie ist heute ein nicht unbedeutender Wirtschaftszweig der Stadt. Nach 1838 entwickelte sich in Ilmenau durch die Errichtung von Kaltwasserheilanstalten der Kur- und Badebetrieb, durch die beginnende Industrialisierung und den Brand der Badeanstalten 1920 kam der Kurbetrieb jedoch schließlich zum Erliegen.

Bildung

1894 wurde die Fachschule und Lehrwerkstatt für Glasinstrumentenmacher gegründet. In einem beeindruckenden Versuchsbau aus Stahlbeton beheimatet, war sie die Ingenieurschmiede für die Glasindustrie in Thüringen. Die bildungspolitischen Umstrukturierungen nach 1989 überstand die Schule leider nicht. Kurz vor dem 100jährigen Bestehen wurden 1993 die letzten Zeugnisse verteilt. Ebenfalls 1894 entstand das Thüringische Technikum Ilmenau, eine höhere technische Lehranstalt für Maschinenbau und Elektrotechnik. 1926 in Ingenieurschule Ilmenau umbenannt, genoss sie aufgrund ihrer soliden und praxisnahen Ausbildung über Deutschlands Grenzen hinaus einen guten Ruf. Dies gab den Ausschlag dafür, 1953 in Ilmenau eine Technische Hochschule anzusiedeln. Die technikwissenschaftliche, zu universitärer Breite gelangte Ausbildung erhielt 1992 ihre Anerkennung in der Erhebung zur Technischen Universität Ilmenau.