(og) Vor 50 Jahren standen sie da, mit einer Zuckertüte in der Hand. Nicht
wissend, was die Zukunft bringen wird. Bernhard, Karin, Thomas, Renate, Andreas, Dagmar und die vielen anderen. Was ist aus den
Jungen und Mädchen geworden, die 1950 in Ilmenau eingeschult wurden? Antworten darauf gab es am Wochenende, als man sich
wiedersah. Für viele war dieses, von Günter Andrä initiierte und organisierte Treffen das erste Wiedersehen nach Jahrzehnten. Die
stolze Zahl von 140 Namen aus 5 Ländern standen nach Standesamts-Anfragen, Internet-Recherchen und Mundpropaganda auf der Anmeldeliste.
Begonnen hat das Goldene Klassentreffen am Samstagvormittag, als sich auf dem Schulhof der damaligen Mädchenschule ergreifende
Szenen abspielten. Freunde von damals lagen sich in den Armen. Andere trauerten um den Banknachbar. Aber gemeinsam feierte man.
Der Nachmittag gehörte dem offiziellen Teil. "Jungs und Mädels, seid stolz, in Ilmenau eingeschult worden zu sein." So
der Tenor der Reden von Uni-Kanzler Haupt und Oberbürgermeister Seeber, die die Entwicklung und Perspektiven von Technischer Universität und der Stadt Ilmenau darlegten.
Mit Beamer, Notebook und seinem unerschöpflichen Fotoarchiv schickte anschließend Bernd Frankenberger die Teilnehmer auf eine
faszinierende Reise in die Zeit von Marlene Dietrich und Wilhelm Pieck, Kaugummi und Igelit.
Gemütlich wurde es am Abend im Hotel "Zur Tanne". Und da die nächsten 50 Jahre in weiter Ferne sind, wurde es richtig gemütlich...
Was ist aus den Kindern geworden? Bernhard ist Kanzler einer Universität, Karin hat sich den materiellen Geschicken abgewandt
und lebt in einem Kloster, Thomas ist heute ein bekannter Orthopäde, Renate kümmert sich aufopferungsvoll um alte Menschen,
Andreas wurde einer der besten Jazz-Trompeter seines Landes und Dagmar ist Ministerin.